PREISVERLEIHUNG - JAPAN FOUNDATION ÜBERSETZERPREIS

Preisverleihung - Japan Foundation Übersetzerpreis
Der Preis wird an Dr. Heike Patzschke (Köln) vergeben für die Übersetzung der Erzählung: Toshiki Okada: Die Zeit, die uns bleibt
(S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2012)

Die Preisverleihung erfolgt in Anwesenheit des Autors Toshiki Okada. Nach der Preisübergabe spricht Heike Patzschke mit ihm über seinen Erzählband, vor allem über dessen besondere Herausforderungen für den Übersetzer. Professor Andreas Regelsberger (Universität Trier) gibt eine Einführung und moderiert das Gespräch, während einige Auszüge, auf die sich das Gespräch bezieht, von Pia Tomoko Meid gelesen werden.

Seit 1999 verleiht The Japan Foundation einen Übersetzerpreis in Höhe von 5.000 Euro für das beste in den letzten drei Jahren aus der japanischen in die deutsche Sprache übersetzte und im deutschsprachigen Raum erschienene Buch.

Der Japan Foundation Übersetzerpreis wird für Übersetzungen japanischer Literatur verliehen. Bewertet wurden Übersetzungen japanischer Prosa und Lyrik, die in den Jahren 2010 bis Ende 2012 in deutscher Sprache in Buchform erschienen sind. Die Auswahl wurde von einer deutsch-japanisch besetzten Jury vorgenommen, deren Mitglieder sich schwerpunktmäßig mit literarischen japanischen Texten und deren Übersetzung befassen.

Es werden Übersetzer für Übertragungen ausgezeichnet, die durch besondere Genauigkeit und sprachliche Sensibilität hervortreten und dem deutschsprachigen Publikum bedeutende Werke traditioneller oder zeitgenössischer japanischer Literatur zugänglich machen. Ausgezeichnet werden Werke, welche dem Verständnis Japans oder dem gegenseitigen Verständnis zwischen Japan und dem deutschsprachigen Raum dienen und die als besondere akademische bzw. kulturelle Leistung anerkannt werden.

Die Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Heike Patzschke lebt in Köln und übertrug zahlreiche Werke neuerer japanischer Literatur und japanischer Gegenwartsliteratur, darunter Werke von Kenzaburô Ôe, Mori Ôgai, Takashi Hiraide, Ryôtarô Shiba, Tasato Chôchoku, Maruya Saiichi u.a.. Zuletzt erschien ihre Übertragung des Romans „Der Einzeller“ von Mizuko Masuda. Gegenwärtig ist sie freiberuflich als Dolmetscherin und Übersetzerin für Japanisch tätig und nimmt Lehraufträge an den Universitäten Köln und Bonn wahr.

Die aktuelle Preisverleihung würdigt vor allem die 2012 erschienene Übersetzung des Erzählbandes „Die Zeit, die uns bleibt“ des japanischen Theaterregisseurs, Kritikers und Schriftstellers Toshiki Okada. Der Band befasst sich dem Anschein nach mit den Lebensumständen und dem Lebensgefühl jüngerer Menschen in Japan. Er weist eine eigentümliche, vom Milieu seiner Protagonisten geprägte Sprache auf und eine Erzählform, die fragmentarisch mit Versatzstücken experimentiert, wie sie auch kennzeichnend sind für viele Bühnenstücke des Autors. Der Text enthält zahlreiche, auch für den Muttersprachler nicht leicht zu durchschauende Monologe, aus der sich eine übergeordnete Erzählebene erschließen lässt, deren Themen nicht direkt angesprochen werden. Der Übersetzerin ist es gelungen, die Botschaftsstruktur des Originals auf höchstem Niveau in die deutsche Sprache zu übertragen.