Vortrag und praktische Vorführung: Die Teezeremonie im Kontext der Japanischen Kultur

von Sen So-oku, Wakasosho (Nachfolger des Großmeisters) der Teeschule Mushakouji-Senke

SEN So-oku
SEN So-oku, der Wakasosho (der zukünftige Großmeister) der Mushakouji-Senke-Schule hält einen Vortrag über die Entwicklung der Teezeremonie. Der Tee kam ursprünglich aus China nach Japan. Wie hat sich der Tee dann entwickelt, nachdem er der Natur und Landschaft sowie der Ästhethik Japans begegnet war? Wie vollzog sich der Wandlungsprozess vom Teegenuß hin zur Tradition der Teezeremonie im Sinne von SEN no Rikyu? Welche Rolle spielen die Teegerätschaften in der Teezeremonie? Auf diese Fragen wird SEN So-oku anhand von Videobeispielen eingehen. Darüber hinaus wird Ihnen ein Teil der Teezeremonie vorgeführt.


Was ist die Teezeremonie?
Der Tee soll im 8. Jahrhundert aus China nach Japan gebracht worden sein, hat sich dort zunächst aber leider nicht weiter verbreitet. Erst im 12. Jahrhundert, als im Rahmen von Zen-Übungen vom Tee Gebrauch gemacht wurde, wurde das Teetrinken durch die Zen-Mönche in Japan populär. Im 16. Jahrhundert hat SEN no Rikyu (1522-1591), der Gründer des Teewegs den Wabi-Cha (Tee des stillen Geschmacks) vervollständigt. Der Wabi-Cha setzte den geistigen Austausch zwischen dem Gastgeber und den Gästen ins Zentrum und nahm deutlichen Abstand von der konventionellen Haltung, überwiegend kostspielige Utensilien wie Karamono (Teegeräte aus dem Ausland) zu schätzen. Darüber hinaus hat SEN no Rikyu neue, ideenreiche Utensilien und Teehäuser entworfen und somit innovative und bedeutende Leistungen in den Teeweg eingebracht.

Über Mushakouji-Senke
Die Mushakouji-Senke-Schule geht ebenso wie die Omote-Senke-Schule und die Ura-Senke-Schule auf SEN no Rikyu zurück, der den Wabi-cha vollendete. SEN no Rikyu hatte einen Enkel, SEN no Sotan, dessen zweiter Sohn Ichio Soshu hieß und das Teehaus KANKYUAN in Kyoto bauen ließ, das noch heute dort steht. Das KANKYUAN ist der Stammsitz der Mushakouji-Senke-Schule.

Über SEN So-oku
SEN So-oku (geb.1975 in Kyoto) hat den Namen So-oku 2003 als der nächste Iemoto (Großmeister) der Mushakouji-Senke-Schule übernommen. Der jetzige Iemoto, die 14. Generation der Schule ist sein Vater, Futetsusai SEN So-shu. Das japanische Kultusministerium hat ihn 2008 zum offiziellen Kulturvermittler ernannt und nach New York entsandt, wo er derzeit lebt, um den besonderen Reiz des Teewegs international vorzustellen. Herr SEN So-oku unterrichtet japanische Kunstgeschichte an Universitäten in Japan und verfügt über umfassende Kenntnissen auch der zeitgenössischen Kunst und Architektur.