DIE GÄRTEN KYÔTOS IM WANDEL DER JAHRESZEITEN

Photos von MIZUNO Katsuhiko

Tempel Shisen`en im Frühling
Die Gärten Japans üben seit jeher eine besondere Faszination aus. Obwohl es in Bezug auf ihre Größe und Form gewaltige Unterschiede gibt, lassen sich bei vielen Beispielen stilistische Charakteristika erkennen, die kontinuierlich tradiert wurden. Immer stehen die drei Elemente Stein, Wasser und Pflanzen im Zentrum, um daraus die Essenz von realen Landschaften nachzubilden, sei es in realistischer oder abstrakter Weise. Als oberstes Prinzip gilt, eine feinsinnige Balance zwischen dem Natürlichen und dem künstlich Geschaffenen herzustellen.

Großen Einfluss auf die Entwicklung der Gartengestaltung in Japan übten chinesische Vorstellungen aus, die gemeinsam mit der Einführung des Buddhismus das Land erreichten. In Anlehnung an die festländischen Vorbilder wurden weitläufige Gartenlandschaften mit Seen oder Teichen angelegt, in deren Mitte ein heiliger Berg als Sitz der Unsterblichen heraufbeschworen wurde oder Glückssymbole integriert waren. Während der Heian-Zeit (794-1185) galt es in Adelskreisen als beliebter Zeitvertreib, bei Bootsfahrten in Ansicht der Natur Gedichte zu verfassen. Gleichzeitig entstanden Tempelgärten der Schule des "Reinen Landes", die das Paradies des damals populären Amida-Buddha nachbilden sollten.

Mit der Herrschaft der Kriegerklasse in der Kamakura-Zeit (1185-1333) veränderte sich auch der architektonische Geschmack. Groß angelegte Landschaften wichen sehr viel kleineren und aufgrund des wachsenden Einflusses des Zen-Buddhismus wurden Gärten weniger als Orte des geruhsamen Vergnügens, sondern vielmehr als Stätten geistiger Kontemplation geschätzt. Aus der Edo-Zeit schließlich (1603-1868) stammen die eleganten Gärten der fürstlichen Besitztümer, die Trockenlandschaftsgärten buddhistischer Tempel sowie die Steingärten von Teehäusern.

Stellvertretend für die Vielfalt japanischer Gärten zeigt die Ausstellung 40 Farbphotographien aus der Stadt Kyôto im Wandel der Jahreszeiten, darunter Aufnahmen aus Tempeln, Shintô-Schreinen, Burgen und dem Kaiserpalast. Alle Aufnahmen stammen von Mizuno Katsuhiko, der 1941 in Kyôto geboren wurde und sich schon in jungen Jahren auf die Photographie von Kyôto spezialisierte. Seit dem Jahr 2000 betreibt er eine eigene Photogalerie, wurde für seine Landschaftsphotographie mit Preisen ausgezeichnet und hat mehr als 100 Bücher veröffentlicht, darunter zahlreiche Photobände.

Die Ausstellung stammt aus dem Besitz des Japanischen Kulturinstituts Köln und kann an Mitveranstalter im gesamten Bundesgebiet ausgeliehen werden.


Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo - Fr 9 - 13 und 14 - 17 Uhr