Taro Furukata & Andreas Sell
GRAINY, BLURRY

In unserer Reihe der Dialogausstellungen präsentieren wir die in Berlin lebenden Künstler Taro Furukata und Andreas Sell.

Taro Furukata ist 1975 in Okayama, Japan geboren und schloss ein Kunststudium zunächst in Hiroshima 2001 mit einem Master of Fine Arts, als dann auch an der Weißensee Kunsthochschule Berlin 2010 als Meisterschüler ab. In Berlin war sein Wahlfach Skulptur bei Katrin Sander. Er operiert in einem Zwischenbereich kultureller Einflüsse, ablesbar an seiner Auffassung von Körper, Geist und Veränderung. Er beschäftigt sich mit alltäglichen wie mit vergänglichen Materialien und installiert seine damit entstehenden Bilder im Raum. Dazu benutzt er selbst hergestellte Acrylfarbe aus seinem täglich im Haushalt anfallenden vegetarischen Abfall, die er auf weisse T-Shirts und Hosen aufbringt. Diese mittelbaren Portraitbilder hängt er über Kleiderbügel und dann an gespannte Seile, die den Raum in großmaschiger Eigenlogik durchziehen.




Taro Furukata, 2013
Study for the colors flow slowly through my bodies

Andreas Sell ist 1977 in Bayreuth geboren und hat, nach einem Schauspielstudium, einer Steinmetz- / Steinbildhauerausbildung und Unterricht in Meditation mit Aufenthalten in Thailand, Indien, V.R. China (DAAD-Reisestipendium 2009) und Nepal, auch bei Karin Sander in Berlin studiert (Abschluss Meisterschüler und Mart-Stam Förderpreis 2008) und am Pratt Institute, New York. In den letzten Monaten räumt er buchstäblich Wohnungen auf, erst seine, dann auch die seiner Mutter, die ins Kloster umzog. Dabei reorganisiert Sell das Inventar zu Skulpturen. In dieser temporären Neubestimmung des Mobiliars eröffnen sich durchaus auch kantige Potentiale, sowohl durch die zur Figur verdichteten Materialien als auch durch die nur scheinbar schlafen gelegte Anwendbarkeit.


Andreas Sell, 2009, Wandgemälde, 65cm x 48cm
Photographie: Jule Frommelt

Beide Künstler kennen sich zwar seit der Studienzeit, doch befragen sie Identität auf äußerst sinnliche wie unterschiedliche Weise. Ihre sensiblen Erfahrungen eröffnen unverwechselbare künstlerische Verfahrensweisen. Die Versuchsanordnungen werden sich für diesen Dialog also auch aneinander stoßen.