YAMAZAKI TOMOKO: SANDAKAN BORDELL NR. 8 - EIN VERDRÄNGTES KAPITEL JAPANISCHER FRAUENGESCHICHTE

BUCHPRÄSENTATION UND DISKUSSION MIT DER AUTORIN

YAMAZAKI Tomoko

YAMAZAKI Tomoko, 1932 in Nagasaki geboren, widmet sich in ihren zahlreichen Veröffentlichungen vornehmlich frauenspezifischen Problemen. Kernthema all ihrer Bücher ist die Geschichte von Frauen, die der Unterschicht entstammen und am Rande der Gesellschaft angesiedelt sind. Mit der Veröffentlichung des Buches "Sandakan Bordell Nr. 8" (1972) fand sie erstmalig eine breite Anerkennung als Frauenforscherin und Nonfiction-Autorin. Sie ist Initiatorin und Mitbegründerin einer Forschungsgruppe zur Geschichte der Frau in Asien und außerdem Mitglied des japanischen Kunst- und Literaturverbandes sowie des japanischen Pen-Clubs.

"Sandakan Bordell Nr. 8" wurde 1973 mit dem renommierten Ôya- Sôichi-Preis ausgezeichnet und schon ein Jahr später von dem bekannten Regisseur Kei Kumai verfilmt. Darüber hinaus existiert eine Bühnenfassung dieses Werkes. Bis heute findet das Buch, das erstmals die Situation der meist gegen ihren Willen ins Ausland verbrachten und dort zur Prostitution gezwungenen Mädchen und jungen Frauen thematisiert, eine große und immer noch wachsende Leserschaft in Japan.

Aus dem Japanischen übersetzt und mit Anmerkungen sowie einem Sachtext zum näheren Verständnis des Buches versehen von Yukiko Sumoto-Schwan und Friedrich B. Schwan
Iudicium Verlag, München, 2005 ISBN 3-89129-406-9; Eine Publikation der
OAG Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Tôkyô

In der Veranstaltung wird aus YAMAZAKI Tomokos Buch gelesen und ein Gespräch mit der Autorin geführt.

Moderation
Professor Dr. MAE Michiko, Universität Düsseldorf.

Übersetzung
Dr. Heike Patzschke

Gefördert von The Japan Foundation und vom Iudicium Verlag, München

An folgenden Terminen und Orten werden weitere Veranstaltungen mit YAMAZAKI Tomoko durchgeführt:

21. Oktober 2005, 14 Uhr
Ruhr-Universität Bochum Senatssitzungssaal UV-Gebäude, Raum 310
Auskunft:
Telefon: 02 34 / 3 22 62 56 Telefax: 02 34 / 3 21 46 93
E-Mail: Anke.Scherer@ruhr-uni-bochum.de
Homepage: www.ruhr-uni-bochum.de/gj/index.html

24. Oktober 2005, 18 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin Mori-Ôgai-Gedenkstätte Luisenstr. 39 10117 Berlin
Auskunft:
Telefon: 0 30 / 282 60 97 Telefax:: 0 30 / 281 50 68
E-Mail: beate.weber@rz.hu-berlin.de
Homepage: www2.rz.hu-berlin.de/japanologie/

26. Oktober 2005, 19 Uhr
Universität München Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft e.V. Amalienstraße 38 80799 München
Veranstalter: Japan-Zentrum der Universität München
Auskunft:
Telefon: 0 89 / 21 80 98 20
Telefax:: 0 89 / 21 80 98 27
E-Mail: Inge.Merk@lrz.uni-muenchen.de
Homepage: www.japan.uni-muenchen.de/d_s/d_akt.htm

Sandakan 8 (Hachi) Ban Shôkan - Bôkyô
Montag, 17. und Donnerstag, 20. Oktober 2005, 19 Uhr, Filmvorführungen

Begleitend zur Buchpräsentation mit Diskussion wird zweimal ein Film des Regisseurs KUMAI Kei gezeigt, der auf dem Buch von YAMAZAKI Tomoko basiert.

Der Film entstand 1974, hat eine Spieldauer von 130 Minuten und ist in japanischer Sprache mit englischen Untertiteln.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche japanische Frauen aus ärmlichen Gegenden als Prostituierte nach Südostasien geschickt. Der Film spielt in Kyûshû, der Stadt Sandakan in Malaysia sowie in Singapur und zeichnet das Leben einer solchen, als Karayuki-san bezeichneten Frau nach. Der Film wurde seinerzeit bei der Berlinale für den Goldenen Bär nominiert. Besondere Erwähnung verdient vor allem die schauspielerische Leistung von TANAKA Kinuyo, einer der größten japanischen Schauspielerinnen, die hier in ihrem letzten Film zu bewundern ist.