HOLZKULTUR

TRADITIONELLE HOLZPRODUKTE AUS JAPAN

Bis in die jüngste Vergangenheit hinein war Holz in vielen Kulruren der am meisten verarbeitete Werkstoff, von der Archtektur über Behältnisse, Geräte und Musikinstrumente bis hinzu Wagen und Booten. Japans Stellung unter diesen "Holzkulturen" ist insofern einzigartig, als sich nirgends sonst das Holzhandwerk in so viele Berufe und Fachrichtungen aufgeteilt hat. Die hohe Spezialisierung hat nicht nur handwerklich perfekte Produkte hervorgebracht, sie wirken durch ihre materialgerechte Verarbeitung und reduzierte Form auch auf heutige Betrachter modern.

Die Geschichte des japanischen Holzhandwerks gleicht einem Baum, der sich immer weiter verzweigt. Viele Berufe entstanden in der Edo-Zeit, als die Städte stark wuchsen und der Handel zunahm. Trotz der Ende des 19. Jahrhunderts mit Öffnung des Landes einsetzenden Modernisierung konnten sich die meisten Holzberufe bis zum zweiten Weltkirieg halten. Einen Einbruch erlebte das Handwerk erst nach dem Krieg im Zuge der rapiden Industrialisierung und des sich dadurch veränderten Konsumverhaltens. Heute gibt es in Japan immer noch über hundert holzverarbeitende Berufe, viele davon jedoch nur noch von einer Handvoll alter Handwerker ausgeübt.

In der Ausstellung im Japanischen Kulturinstitut werden traditionelle Holzprojekte von fünfzehn Handwerkern gezeigt. Sie stammen aus der Sammlung Henrichsen und wurden im Rahmen einer weiter angelegten Untersuchung über das japanische Holzhandwerk zusammengetragen. Darunter sind ein Aussteuerschrank, Verpackungskisten für hochwertige Keramik und Bildrollen, Sandalen, Kämme, Spanschachteln, Bötticherware, Reisweinfässer, Spielzeug, gedrehte Dosen, Löffel, Hobel, Schlagschnüre und Trommeln. Den Hintergrund bilden großformatige Schwarzweißaufnahmen von Roland Bauer, welche den jeweiligen Handwerker bei der Arbeit zeigen.

Die Ausstellung soll exemplarisch auf die hohe handwerkliche und gestalterische Qualität traditioneller japanischer Holzprodukte aufmerksam machen, Anregungen geben und im Ausland Interesse wecken. Dieses Interesse wirkt im günstigen Fall auf Japan zurück und hilft, dass die über Jahrtausende gewonnenen Fertigkeiten der Holzbearbeitung nicht lautlos untergehen.

Gleichzeitig laden wir Sie herzlich zu dem begleitenden Vortrag von Dr. Henrichsen am Mittwoch 10. April 2002, 19 Uhr ein.